Dynamik im Anlagenbauprozess – Abbildung in eine intelligente Projektabwicklung im PDV-A
Die B.I.M.-Consulting mbH und die Fakultät für Informatik der Otto von Guericke Universität Magdeburgs sind in diesem Vorhaben eingebunden.
gefördert durch:
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt „Förderung von Verbundvorhaben der Wirtschaft in Verbindung mit wissenschaftlichen Einrichtungen“
Informationen zum Projekt:
Die Weltwirtschaftskrise hat in den Jahren 2008/2009 tiefe Einschnitte vor allem im Maschinenbau hinterlassen. Den Anlagenbau hat es weniger stark getroffen und in 2010 scheint es in diesem Bereich eine relativ schnelle Erholung zu geben. Besonders der Kraftwerksanlagenbau, der pharmazeutische Anlagenbau und der Umwelt-anlagenbau können einen deutlichen Auftragszuwachs verzeichnen. In diesem Zuge soll dem Bedarf und der Nachfrage nach Rationalisierungsunterstützung weiter und besser entsprochen werden.
Im Gegensatz zum Automobilbau und Maschinenbau sind die Standardisierungen im Anlagenbau noch lange nicht so weit fortgeschritten. Der bisherige Grund dafür ist die immer wieder notwendige Auslegung und Berechnung verfahrenstechnischer Baugruppen und das Nichtvorhandensein von Standards zur Anpassung an die Auslegungsvoraussetzungen. Weiterhin muss man betrachten, dass der Anlagenbauprozess immer wieder neue Produkte herstellt („Unikatfertiger“), d.h., es werden Anlagen nach sich immer wieder ändernden Kundenwünschen hergestellt. Der Prozess der Planung und Realisierung kann einen langen Zeitraum (mehrere Jahre) dauern und ist über die Phasen Angebotserstellung, Verfahrensentwicklung, Planung, Realisierung und Inbetriebnahme ständigen Änderungen unterworfen:
Der Kunde wünscht eine „Unikat“-Anlage, die Anlagenparameter ändern sich über den langen Zeitraum, das Verfahren oder Teile dessen werden verbessert, wodurch sich die Planung ändert. Des Weiteren können Zulieferer Termin-, Zeit- oder Qualitätsprobleme haben, wodurch Schwierigkeiten bei der Montage und Inbetriebnahme entstehen. Daneben wirken Geld- und Zahlungsprobleme im internationalen Markt kräftig ein.
Diese oben genannten Themen müssen durch eine Projektabwicklung realisiert und gelöst werden. Durch ein branchenorientiertes Projektcontrolling können gute Planwerte gesetzt und die Abweichungen in den Istwerten schnell visualisiert und kommuniziert werden (siehe Forschungsprojekt PROCONA). Es ist aber nach dem Erkennen von Plan/Ist-Abweichungen immer die Aufgabe der Projektleiter/ Projektabwicklung die „richtige“ Entscheidung zu treffen, um das Projekt in den „schwarzen“ Bereich zu fahren.
Dazu gehört sehr viel Erfahrung und ist wegen der oben genannten Prozesseigenschaften:
• neue Unikat-Anlage,
• komplexer (langer) Prozess,
• Änderung der Prozessparameter vom Angebot bis zur Inbetriebnahme immanent,
• schwach vorhandene Standardisierung
• kompliziert und schwierig.
Für den Abwicklungsprozess sind daher geeignete informationstechnologische Lösungen bereitzustellen, die den Abwickler unterstützen und über den beschriebenen Gesamtprozess eine Entscheidungs- und Informations-/ Wissensunterstützung bieten. Dabei besteht das Ziel auf den Ergebnissen der bisherigen Forschung aufzubauen und aktuelle Entwicklungen des Maschinen- und Automobilbaus in die Domäne des Anlagenbaus, unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten, zu überführen.
Somit gilt es dem Anlagenbau bei der integrativen Beherrschung des Gesamtprozesses von Angebot, Planung, Konstruktion, Beschaffung, Montage, Inbetriebnahme und Dokumentation zu unterstützen.
Daher stellt das gesamtheitliche Ziel der Bemühungen das Schaffen von informationstechnischen Lösungen für die Dynamik im Anlagenbauprozess zur Unterstützung einer „Intelligenten Abwicklung“ wie:
• Software zur Nutzung des Wissensspeichers entlang des Prozesses
• Entscheidungsunterstützungen
• Standardisierung für Prozesstypen dar.
Die zu entwickelnde Software ist das Tool zur Handlungsunterstützung des Nutzers während der Projektabwicklung.