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Aktuelle Forschungsarbeit

ProConA

„Entwicklung einer Projektmanagement- und Controlling-Plattform zur Unterstützung von Engineering- und Betriebsprozessen des verfahrenstechnischen Anlagenbaus“

Die B.I.M.-Consulting mbH und das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF sind Projektpartner im Verbundvorhaben. Die Fakultät für Informatik der Otto von Guericke Universität Magdeburg ist in diesem Vorhaben als Unterauftragnehmer mit eingebunden. 

gefördert durch:
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt „Förderung von Verbundvorhaben der Wirtschaft in Verbindung mit wissenschaftlichen Einrichtungen“

Informationen zum Projekt:
Zur Beherrschung der komplexen Prozesse der Angebots- und Realisierungsphase im verfahrenstechnischen Anlagenbau und Anlagenengineering sind heute geeignete informationstechnische Lösungen dringend erforderlich. Dabei kommt neben den abwicklungstechnischen Informationen insbesondere den technischen Produktinformationen und Dokumenten eine zentrale Bedeutung zu. Die zu einem Zeitpunkt erreichte technische Planungsqualität gibt wesentliche Aufschlüsse über den Fortschritt, zu erwartende Probleme und Einflüsse auf die Gesamtkosten und den Terminplan. Ferner werden verfahrenstechnische Anlagen heute immer in einem Zwiespalt zwischen dem wirtschaftlichen Erfolg des Betreibens und der Erfüllung aller gesetzlichen Vorschriften und Richtlinien vor allem hinsichtlich der Betriebssicherheit betrieben.

Zur effektiven Ausführung der Ingenieurprozesse wird eine anpassungsfähige, unterstützende IT-Plattform benötigt. Zur Entwicklung derselben werden die Stakeholder aus dem Anlagenbau, -betrieb und aus dem Bereich der Softwareentwicklung gebraucht. Das Ergebnis der Zusammenarbeit sind die Beschreibungen der ingenieur-technischen Prozessketten und eine Softwarearchitektur, die eine softwaremäßige Realisierung der unterschiedlichen Aufgaben wie Management- und Controllingaufgaben, aber auch Instandhaltungsaufgaben im Anlagenbau und -betrieb verspricht.

Eine weitere Dimension begründet sich aus der notwendigen Bereitstellung von Methoden und Werkzeugen zur informationstechnischen Bearbeitung aller Prozessschritte vom Groben zum Detail, von der Idee bis zur Validierung (inklusive der Verifizierung durch den Anlagenbauer) und aus dem Bedarf zur direkten Unterstützung von Betriebsprozessen. Zur Umsetzung dieser Aufgabe sind sowohl Probleme, resultierend aus der Erwartungshaltung der Anlagenbauer und -betreiber – zuverlässige und nutzerfreundliche Unterstützung – als auch Probleme aus der Sicht der Softwareentwicklung zu berücksichtigen. Letztere liegen u.a. im Modellbereich (verschiedene Struktur-, Prozess- und auch Kostenmodelle), im Bereich der Informationsverarbeitung (Daten-Schnittstellen, Integration der heterogenen Softwaresysteme, unterschiedliche Implementierungsparadigmen) und vor allem in den Kosten für Softwarelizenzen.

Ausgehend von existierenden, ingenieurprozessbezogenen Lösungen für die Entwicklung (vgl. CAD, CAx, EDM) und den Betrieb (vgl. IPS, SAP) von Anlagen kann als neues, integrierendes Element dazu eine Projektmanagement- und Controlling-Plattform dienen, da heute im Rahmen von Projekten

•    die aufgabenbezogene Zeit und Kostenkontrolle erfolgt
      (gilt sowohl für Entwicklungs- als auch Betreiberaufgaben) sowie
•    gezielt Produktdaten, -informationen und Dokumente,
      d.h. produktrepräsentierende, -präsentierende und -beschreibende Daten,
      über alle Lebenszyklusphasen hinweg erzeugt und genutzt werden müssen.

Für Letzteres eignet sich insbesondere der Einsatz etablierter Produktdatenverwaltungssysteme als Basissystem, welche künftig insbesondere um Module bzgl. des effizienten Projektmanagements und -controlling zu erweitern sind. Ferner gilt es künftig einmal in der Entwicklung erfasste Produktdaten, -informationen und technische Dokumente so aufzubereiten und bereitzustellen, dass diese direkt und »(semi-)automatisch« für Dokumentationszwecke, aber auch zur Unterstützung von Serviceprozessen wie »Wartung« und »Inspektion« Anwendung finden können. Dies ist künftig notwendig, weil sich zum einen die gesetzlichen Vorschriften für das Betreiben u.a. bzgl. der Dokumentationspflichten geändert haben und zum anderen neue technologische Modelle als Basis von Serviceprozessen strukturierte Produktdaten benötigen.

Den geplanten Entwicklungs- und Forschungsarbeiten ist gemein, dass sie grundsätzlich auf Basis etablierter Produktdatentechnologien und -systeme entwickelt, getestet und bereitgestellt werden sollen. Einsatz und Weiterentwicklung etablierter Technologien mit dem Ziel, die bisher in der Großindustrie eingesetzten Softwaresysteme künftig vor allem auch für KMUs des verfahrenstechnischen Anlagenbaus nutzbar zu machen, um entsprechende Mehrwerte für die Unternehmen zu generieren. Ferner soll auch das Anwendungsumfeld für Produktdatentechnologien auf die Phase des Betriebes während des Projektes erweitert werden mit dem Ergebnis, durch die durchgehende Nutzung digitaler Produktdaten und technischer Dokumente einen entscheidenden Mehrwert für das Betreiben von Anlagen zu erreichen und künftig mit einer entsprechenden Controllingplattform koordinieren zu können.